Vereinsfahne

Bis 1945

„Vor etwa drei Wochen gelangte der hiesige Kriegerverein in den Besitz einer Vereinsfahne“, schrieb die Oldenburgische Volkszeitung Ende Oktober 1896. Die Rede ist von der ersten offiziellen Fahne des Kriegervereins Garrel zu einem Preis von 200,- RM. Im Bericht steht weiter: 

„Diese Fahne, die geliefert wurde von der Bonner Fahnenfabrik in Bonn, ist sehr schön und zeigt auf der einen Seite auf blauem Grunde das Oldenburger Wappen und die Inschrift: ‚Kriegerverein Garrel‘ und die Jahreszahl 1896. Auf der anderen Seite sehen wir auf weißem Grunde die ‚Germania‘ mit der Umschrift: ‚Im Krieg errungen mit dem Schwert; im Frieden haltets hoch und wert.‘“1 Eine rekonstruierte Abbildung findet sich im Kapitel zur Geschichte des Vereins von 1876-1914. 

Bereits im November 1896 soll sie im Beisein der Kriegervereine Bösel, Altenoythe und Cloppenburg geweiht werden. Die Cloppenburger fordern ihre Mitglieder sogar per Zeitungannonce dazu auf, teilzunehmen. Die Hoffnungen auf ein großes Fest macht allerdings das Wetter zunichte: Das Wochenblatt berichtet wenige Tage später, dass das Fest „gänzlich verregnet“2 gewesen sei. Bei dem Wetter hätten es aber immerhin noch acht Mann des Kriegervereins Cloppenburg nach Garrel geschafft, die Böseler und Altenoyther waren letztlich nicht da. Aus Garrel selbst sei die Beteiligung gut gewesen, schließlich könne man nicht jeden Tag ein Fahnenweihfest feiern.

Neben der Kriegervereinsfahne soll die sogenannte Bischofsfahne ebenfalls getragen worden sein, zumeist durch den Zeller Georg Behrens hoch zu Pferde. Diese Fahne überstand wohl den Brand beim Vorsitzenden Theodor Nienaber nicht, dessen Haus im Zuge der Kriegshandlungen im April 1945 niederbrannte. Auch Nienaber selbst überlebte diese Tage nicht. 

Fotos oder Abbildungen der ersten Fahne sind nicht bekannt.

Nach 1945

Schon in der Neugründungsversammlung am 4. Juni 1950 wird beschlossen, eine neue Königskette und eine neue Vereinsfahne anzuschaffen. 1952 wird dann die erste Fahne mit dem neuen Vereinsnamen „St. Johannes Schützengilde Garrel“ für den Preis von 1046,- DM angefertigt. Diese alte Fahne ist heute in einem Glasschrank in der Eingangshalle der Schießsportanlage ausgestellt.

[Foto 022: Die Fahne von 1952 hängt heute im Flur der Schießhalle]

Seit einem Beschluss der Generalversammlung aus dem Jahre 1978 wird die Fahne neben den Vereinsfestlichkeiten auch zu den Hochzeiten von Vereinsmitgliedern in die Kirche vorangetragen. Im Laufe ihrer langen Nutzungszeit zeigte die alte Fahne inzwischen aber erhebliche Alterungserscheinungen und war für den Verein keine Zierde mehr. Schließlich wird eine neue Fahne angeschafft und am 17. April 1982 kirchlich eingesegnet.

[Foto 186: Einsegnung der neuen Fahne 1982. zu sehen u. a. ‚Kreyen Herbert‘ an der neuen Fahne links, rechts daneben Gerd Göken sen.]

[Foto 185: Fahnenträger ‚Kreyen Herbert‘ präsentiert die neue Fahne in der Schießhalle]

Im Jahre 1985 tritt die St. Johannes Schützengilde dem Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften bei und die Mitgliederzahlen steigen weiterhin rasant an. Hierdurch nehmen die offiziellen Veranstaltungen, zu denen die Fahne getragen wird, ebenfalls erheblich zu. Die Anschaffung einer zusätzlichen, den aktuellen Gegebenheiten angepassten Vereinsfahne wird erforderlich. Am 27. Juni 1998 wird die heutige Vereinsfahne feierlich eingesegnet und mit einem Festakt in der Schießsportanlage der Öffentlichkeit präsentiert. Sie zeigt auf der Vorderseite das Kreuz-Pfeil-Symbol des BHDS, umrahmt vom Schriftzug „St. Johannes Schützengilde Garrel mit den Jahreszahlen der Vereinsgründung 1876 und der Fahneneinweihung 1998. Außen gruppieren sich das Wappen der Gemeinde Garrel, die Kirche St. Peter und Paul, das alte Kriegerehrenmal und ein Schützenmotiv. Die Rückseite zeigt den Namenspatron der Schützengilde Garrel, den heiligen Johannes, und das Leitmotiv des Vereins „Für Glaube, Sitte, Heimat“. Der langjährige Festwirt Ernst Kemper stiftet dem Verein eine der neuen Fahne gleichende Tischfahne, die heute bei unseren Pokalen in der Schießhalle zu finden ist.

[Foto 141: Die Fahne von 1998 bei der Fußwallfahrt mit den Fahnenträgern Klaus Lohmann, Heiko Otten und Günter Behrens]

Die Vorderseite der heutigen Vereinsfahne zeigt das Kreuz-Pfeil Symbol der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, umrahmt vom Namenszug „St. Johannes Schützengilde Garrel“ mit den Jahreszahlen der Vereinsgründung (1876) und der Fahneneinweihung (1998). Außen gruppieren sich das Wappen der Gemeinde Garrel, die Kirche St. Peter und Paul Garrel, das alte Kriegerehrenmal und ein Schützenmotiv. Die Rückseite zeigt den Namenspatron der Schützengilde Garrel, den Heiligen Johannes, und das Leitmotiv des Vereins „Für Glaube, Sitte, Heimat“.

[Foto 081: Die Fahnenträger 2024. Foto von Michael Pleye]

Von links nach rechts: Michael Rolfes, Günter Behrens, Johannes Speckmann, Heiko Otten, Klaus Lohmann, Bernd Blanke, Heinz Blanke

1 „Lokales und Provonzielles“. „Oldenburgische Volkszeitung“ v. 20.10.1896, S. 2.

2 „Wochenblatt für die Amtsbezirke Cloppenburg und Friesoythe“ v. 11.11.1896.

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