Adlerschießen

Seit das Adlerschießen 2010 in Garrel eingeführt wurde, erfreut es sich sehr großer Beliebtheit, vor allem am Sonntagabend des Schützenfests, wenn der neue König den Vogel mit der Armbrust aus dem Horst holt. Auch das Sommeradlerschießen wird seit 2010 bereits auf dem Adlerschießstand ausgetragen, das Kaiserschießen folgt 2013, das Kinderkönigsschießen 2016. Erster Adlerkönig ist Franz Breckweg, erste Sommeradlerkönigin Christa Barkemeyer, erster Adlerkaiser Josef Meyer und erster Kinderadlerkönig Lukas Ewen.

[Foto 172: Das Adlerschießen ist eines der Highlights des Garreler Schützenfests]

Schon einige Jahre bevor das Adlerschießen in Garrel eingeführt wurde, gibt es erste Besuche bei Nachbarvereinen, um sich das Prozedere anzusehen, denn die Diskussion um eine Änderung des Königsschießens kommt immer einmal wieder auf die Tagesordnung. Vor allem ist vor Änderung des Verfahrens eine Wahl zu treffen zwischen dem Kleinkaliber- oder Armbrustschießen auf den Adler. 

[Foto 051: Das Adlerschießen ist auch beim Schützenfestumzug 1987 schon Thema]

Schließlich wird eine Verbindung zum Cloppenburger Armbrustbauer Josef Riesenbeck aufgenommen, der bereits andere Armbrüste gefertigt hatte. Die Holzbestandteile des Adlers sind seine Aufgabe, das Schloss, die Mechanik und die Metallarbeiten liegen bei Helmut Dammann (Mercedes Dammann in Cloppenburg). Zwei Armbrüste finden so den Weg nach Garrel, die zusammen rund 5.500€ kosten. 

Einen Adlerstand besitzt die Garreler Gilde zu dieser Zeit noch vom Europafest. Georg Lübben erklärt sich bereit, diesen mit kostenlos zur Verfügung gestelltem Material von MKG umzubauen und mit einer ausgefeilten Hydraulik auszustatten, die die Armbrust spannt und den Träger höhenverstellbar macht.

[Foto 196: Die neue Armbrust wird in Empfang genommen]

Von links nach rechts sind zu sehen: Willy Mechelhoff, Martin Schumacher, Carsten Looschen, oben auf dem Stand Georg Lübben, Gerd Göken, die Armbrustbauer Helmut Dammann und Josef Riesenbeck, August Nordenbrock, Herbert Holthaus und Stefan Meyer.

Die Produktion geht nach Beschluss im März 2010 sofort los, Mast und Halterung des Vogels stiftet Siegfried Tapken, die Rückwand kommt von Bernd Blanke. Das Fundament wird mit vereinten Kräften selbst hergestellt.

[Foto 163: Errichtung des Adlerschießstands 2010, zu sehen u. a. Bernhard Westerkamp, Gerd Göken, Herbert Holthaus, Carsten Looschen]

Die Adlertraditionen eines Jahres beginnen meist mit dem Sommeradlerschießen, oft auch in Kombination mit dem Kinderkönigsschießen vor dem Schützenfest, bei dem zuletzt einige hundert Schützinnen und Schützen zusammenkamen, um Insignien oder den ganzen Vogel abzuschießen. Am abschließenden Stechen um die Sommeradlerkönigswürde darf nur teilnehmen, wer zuvor eine Insignie errungen hat. Eine Liste aller bisheriger Sommeradler- und Kinderkönige findet sich im Statistikkapitel. 

[Foto 159: Sommeradlerkönig 2016 Josef Westerkamp]

Das eigentliche Adlerkönigsschießen am Sonntagabend bringt seitdem auch einen kleinen Wettbewerb um die Insignien mit sich. Die Kompanien erhalten eine geringe Anzahl an Teilnahmeberechtigungen am Insignienschießen, die sie verteilen müssen. Die meist per Los ausgewählten Schützen dürfen dann zu Beginn des Adlerschießens antreten, um Krone, Zepter, Reichsapfel, Schwingen und Stoß abzuschießen und dafür einen kleinen Orden mitzunehmen. Der Schützenschwester oder dem Schützenbruder, dem es gelingt, die Krone abzuschießen, winkt nicht nur der Orden mit der Abbildung der Krone, sondern auch der sogenannte Kronenadler, ein adlerförmiger Holzpokal, der für ein Jahr in den Händen des Schützen bleibt.

[Foto 134: Hanny Böckmann (Kp. 3) holt 2017 die Krone vom Adler und erhält für ein Jahr den Kronenadler. Brudermeister Gerd Göken gratuliert.]

Anschließend findet das eigentlich Königsschießen mit der Armbrust statt, das sich durch das Lockern des Adlers dann zunehmend steigert. Der Musikverein sorgt für Unterhaltung und den einen oder anderen Moment des Schmunzelns, wenn der Bolzen mal daneben geht. Meist kurz vor Einbruch der Dunkelheit gelingt es einem Bewerber, den Adler aus dem Horst zu schießen. Es wird König, wer noch oder schon auf dem Schießstand steht, sobald der Adler fällt. In den vergangenen Jahren ist dieser nicht selten dramatische Höhepunkt des Schützenfests von vielen hundert Garrelerinnen und Garrelern, aber auch Gästen und Auswärtigen verfolgt worden. Der Platz ist meist bis auf den letzten Platz gefüllt, bis weit hinter die Buden. 

Wenn der Adler dann fällt, gehen Jubel und Freude einher mit Enttäuschung, denn wo es einen Sieger gibt, gibt es auch einen Verlierer. Meist legt sich der Frust aber schnell und die gesamte Gilde feiert den neuen König, der dann unter Musik vom Schießstand ins Zelt begleitet wird.

[Foto 243: Unbändiger Jubel, als Manni Diek 2016 den Adler abschießt]

[Foto 229: Königin Sabine Otten kurz nach dem Königsschuss]

Mit der Einführung der Adlerschießens gehen einige weitere Traditionen einher, die seit 2010 gepflegt werden. Dazu zählt auch das „Adler holen“ oder „Adler bringen“, wenn der Vorstand entweder die Adlerbauer Hegger aus Elbergen empfängt oder die Adler dort abgeholt werden, meist verbunden mit einem feucht-fröhlichen Abend.

[Foto 164: ‚Adler holen‘ 2019]

Am Dienstag nach dem Schützenfest wird dann der Schmuckadler zum neuen König gebracht und dort am Haus befestigt. Bis er dort aber richtig hängt, vergeht doch die eine oder andere Zeit und fließt das eine oder andere Getränk durch die Kehlen. Unsere Schießmeister um Carsten Looschen haben das Prozedere in den vergangenen Jahren verfeinert.

[Foto 167: Adler aufhängen beim König 2024 Alfons Abeln]

[Foto 166: Beim Aufhängen hat der Adler manchmal leichte Gleichgewichtsprobleme]

[Foto 165: Am Ende klappt es aber meist doch mit dem Vogel am Haus, hier 2019 bei König Adolf Bremer]

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