Bau, Betrieb und Instandhaltung der Schießhalle
Der Schützenverein erwirbt 1959 ein 6.000qm großes Grundstück an der Varrelbuscher Straße, um dort eine Schießhalle mit Festplatz zu errichten. Doch das Flurbereinigungsverfahren macht dieser Planung einen Strich durch die Rechnung. Der Verein stellt das Grundstück 1967 für die große Umlegung zur Verfügung. Trotzdem bleibt der Wunsch bestehen, eine feste Schießanlage als Vereinsheimat zu errichten. So bemüht man sich in diesen Jahren stets, das Geld für kommende Baumaßnahmen zusammenzuhalten. Aufgrund der Bodenqualität erhält der Verein daraufhin ein viel kleineres Grundstück mit 2.374qm auf dem Esch, das für einen Schützenfestplatz jedoch viel zu klein ist.
Am 15. Januar 1979 findet schließlich eine außerordentliche Generalversammlung im Saal Niemann statt, an der genau 100 Schützen teilnehmen. Die Errichtung einer Schießanlage wird beschlossen und der bereits bestehende Bauausschuss unter dem Vorsitz von Paul Holthaus wird durch Wahl bestätigt. Ferner gehören dem Bauausschuss folgende Vereinsmitglieder an: Wilhelm Bremer, Heinrich Nienaber, Heinz Behrens, Bernhard Rolfes und Franz Wiese. Für das Gremium berichtet Paul Holthaus, dass man sich bereits verschiedene Schießstände in der Umgebung angesehen habe, doch seien die meisten weder überdacht noch gut geschützt. Größere Schießstände, geschweige denn Schießhallen, gibt es zu dieser Zeit in der Umgebung noch nicht.
Gemeinsam mit dem Vorstand wird dem Bauausschuss von der Versammlung die Vollmacht erteilt, Verhandlungen mit der Gemeinde über den Verkauf des vereinseigenen Grundstückes zu führen, was schon kurz darauf umgesetzt wird. Die Gilde erhält dann nach langen Verhandlungen mit der Gemeinde ein Grundstück auf Erbpacht am heutigen Standort und darf seither den in der Hand der Gemeinde befindlichen Festplatz nutzen.
Die Planungsvorschriften geben vor, den KK-Stand unterirdisch anzulegen, um eine Lärmbelastung der nahen Schule auszuschließen.
[Foto 127: Die KK-Röhren im Bau 1979]
Ebenerdig werden ein Luftgewehrstand mit fünf Schießbahnen, ein Vereins- und Versammlungsraum mit Theke, eine kleine Küche, sanitäre Anlagen, und im Kellergeschoss fünf Kleinkaliber-Schießbahnen mit Gewehr- und Geräteräumen errichtet werden. Die Baukosten werden nach ersten Berechnungen auf rund 300.000,- DM veranschlagt.
[Foto 126: Die Schießhalle im Rohbau 1979]
Schon die drei Monate später stattfindende Generalversammlung im April 1979 – inzwischen hat der Verein mehr als 600 Mitglieder – verweist auf erste Fortschritte beim Bau. Kassierer Josef Kemper gibt bei der Sitzung auch bekannt, dass man im Vorjahr 7.000,- DM Überschuss erwirtschaftet hat, die nun in den Bau fließen können. Im August 1979 weiß die NWZ – schon damals Reporter Hubert Looschen – von guten Fortschritten beim Schießhallenbau zu berichten, der vom Garreler Architekten Andreas Sevenich geplant wurde und mit 350.000,- DM zu Buche schlägt.
Ganz wesentlich tragen Eigenleistungen der Vereinsmitglieder und Spenden zum Bau bei, darunter auch eine einmalige Zahlung pro Vereinsmitglied in Höhe von 150,- DM und viele Sachspenden der ansässigen Unternehmen. Vorsitzender Paul Holthaus lobt die Schützen 1979 in der NWZ dafür, dass bereits 85% der Mitglieder ihren Beitrag von 150,- DM bezahlt hätten. Auch via Zeitungsartikel dankt man den vielen Helfern.
[Foto 162: Schießhalle kurz vor der Fertigstellung. Quelle: OM-Medien / MT vom 21.02.1980]
Am 24. November 1979 findet schließlich die Grundsteinlegung der Halle mit Richtfest statt. Präses Pfarrer Alfons Diekmann, Pastor Jörg Schlüter, Bürgermeister Willi Vossmann, Gemeindedirektor Franz Wiese sowie Präsident Willi Bremer sind als Ehrengäste da. Der Grundstein, in dem sich eine Urkunde mit zeitgeschichtlichen Unterlagen über den Schießhallenbau befindet, wird von Maurermeister Heinz Behrens in das Mauerwerk der Schießanlage eingelassen, wo er sich noch heute befindet. Die Richtkrone folgt kurz darauf.
[Foto 128: Paul Holthaus bei der Grundsteinlegung 1979]
[Foto 125: Richtfest an der neuen Schießhalle 1979]
[Foto 116: Zum Richtfest wird die Festigkeit der neuen Halle mit dem Vorsitzenden Paul Holthaus auf dem Balken getestet]
Die offizielle Einweihung der neuen Schießsportanlage findet dann am 8. August 1980 feierlich mit der Einsegnung durch Pfarrer Diekmann und Pastor Schlüter statt. Die Festredner loben ausdrücklich die vorbildliche Gemeinschaftsarbeit der ehrenamtlichen Helfer und die Spendenbereitschaft der Schützenmitglieder. Bürgermeister Willi Voßmann überbringt die Glückwünsche der Gemeinde Garrel und überreicht zur Erinnerung ein Wandbild. Für die benachbarten Vereine aus Beverbruch/Nikolausdorf, Kellerhöhe/Hoheging/Bürgermoor und Varrelbusch/Petersfeld/Staatsforsten/Resthausen überbringt Heinz Meyer aus Kellerhöhe ein Präsent und spricht seinen Glückwunsch für die moderne Schießanlage aus, die seinerzeit ihresgleichen sucht. Zum Eröffnungsschießen in der neuen Halle stiftet der Verein außerdem einen Erinnerungsanstecker.
Bei einem Tag der offenen Tür, nur zwei Tage später, wird die Schießanlage schließlich der Öffentlichkeit bei Bratwurst, Getränken und der Möglichkeit von Probeschüssen präsentiert. Knapp zwei Wochen später findet das erste Königsschießen auf der neuen Anlage statt. An drei Wochenenden im November 1980 können die Schützenmitglieder während des Eröffnungsschießens eigens hierfür angefertigte Schießnadeln erringen. Der Bau der Halle ist dabei im Grunde genommen nur der Beginn dauerhafter Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten, die bis heute dafür sorgen, dass diese Vereinsheimat für die Schützinnen und Schützen erhalten geblieben ist.
Schon 1984 wird der Vorraum des Kleinkaliber-Schießstandes im Keller umgebaut. Zwei Wände müssen weichen, um dort einen großzügigen Aufenthaltsraum mit freiem Blick auf die abgetrennten Schießplätze zu schaffen. Knapp zehn Jahre später, im Jahr 1994 kann im großen Versammlungsraum eine neue, großzügige Thekenschrankwand eingebaut werden und 1995 wird mit vielen fleißigen Schützenhänden der Schützenfestplatz gepflastert.
Im Zuge der kreisweiten Kontrolle von Schießständen durch den Landkreis Cloppenburg im Jahr 1997 muss die Schießsportanlage im Kleinkaliber- und Luftgewehrstand umfangreich umgestaltet und renoviert werden. Auch neue Auflagen des BHDS führen zu diesem Schritt. Aufgrund der kostengünstigen Ausführung der Arbeiten durch ortsansässige Firmen und zahlreiche ehrenamtliche Hilfsdienste von Vereinsmitgliedern können die Kosten hierfür auf rund 29.000,- DM begrenzt werden. Nun erhält die Halle auch eine Alarmanlage. Den Umbau des KK-Standes verantwortet im Wesentlichen Rudi Thedieck – die Abnahme erfolgt ohne Mängel. Im Dezember 1999 werden in der Schießsportanlage schließlich sechs Waffenschränke aufgestellt, sodass die Gewehre dort seither sicher gelagert werden können.
Schon knapp ein Jahr später, im Jahr 2000, werden sämtliche Schießbahnen des Kleinkaliber- wie auch des Luftgewehr-Schießstandes mit elektronischen, computergesteuerten Auswertesystemen bestückt. Nach der fast einjährigen Planungs- und Verhandlungsphase erhält die Firma Meyton den Auftrag, deren Anlagen über berührungslose Lichtmesssysteme gesteuert werden. Die Kosten für die Komplettinstallation der elektronischen Auswerteanlage können durch ehrenamtliche Arbeiten von Vereinsmitgliedern auf gut 90.000,- DM beschränkt werden. Trotzdem müssen 50.000,- DM davon per Kredit finanziert werden. Besonderen Verdienst bei der Erneuerung der Schießanlage erwirbt sich Gerd Göken jun., damals stellvertretender Brudermeister.
In den Jahren 2003/2004 wird dann die Schießanlage von sechs auf zwölf Luftgewehrstände verdoppelt, die weiterhin mit Technik der Firma Meyton betrieben werden. Die Rechner laufen seinerzeit mit einem Linux-Betriebssystem. In diesen Jahren wird auch das große Kreuz-Pfeil-Logo am Eingang der Schießhalle angebracht.
[Foto 191: Das Kreuz-Pfeil-Logo wird an der Schießhalle montiert]
Im Jahr 2013, etwa zehn Jahre später, finden wiederum umfangreiche Instandsetzungsarbeiten statt, darunter Maler- und Putzarbeiten, eine neue Heizung wird installiert und der Haushaltstrakt saniert (insgesamt ca. 12.000,- €). Auf der Generalversammlung 2014 dankt der stellv. Brudermeister Herbert Holthaus insbesondere Reinhold Neher, Heiko Kemper und Bernhard Westerkamp sen. für ihre wiederholten unentgeltlichen Einsätze. 2015 wird aufgrund eines Sturmschadens eine Dachsanierung mit Sandwichplatten notwendig, 2017 wird der Schallschutz im KK-Stand renoviert.
2024 stehen erneut umfangreiche Modernisierungen an, bei der alle Schießstände hinsichtlich Technik und Optik erneuert werden, darunter neue Rechner, Monitore, Kugelfänge, usw. Die Anzeige der Schießergebnisse wandert nun nach unten auf den Tresen.
[Foto 104: Neue Schießanlage 2024]
Ende 2025 und Anfang 2026 findet schließlich die Sanierung der Kellerräumlichkeiten statt, bedingt durch einen Schaden an den Abwasserrohren der darüber liegenden Toiletten. Statt nur zu flicken, erklären sich einige Mitglieder unter Federführung Fabian Schumachers bereit, die Räume komplett zu renovieren, inklusive Boden, Decke, Wänden und Mobiliar. Bürgermeister Höffmann spendet sogar eine Dartscheibe. Auch die Waffentresore erhalten einen neuen Anstrich. Im ersten Halbjahr 2026 werden die Arbeiten daran zum Abschluss kommen.
[Foto 023: Die Erneuerung der Kellerräume ist Anfang 2026 fast abgeschlossen.]
[Foto 024: Aus alter Theke wird gemütliche Sitzbank]
