Kompanie III Hinterm Forde/Kammersand
Geschichte
Die Kompanie III Hinterm Forde / Kammersand hat eine lange und wechselvolle Geschichte hinter sich. Dabei haben verschiedene Zugführer, später Kompanieführer, die Arbeit besonders geprägt. Zum ersten Zugführer des Zuges Hinter dem Forde/Kammersand wird auf der Neugründungsversammlung 1950 das Gemeinderatsmitglied Josef Otten gewählt. Schon 1951 übernimmt der Zimmerermeister Heinrich Meyer die Aufgabe, für einen neuen Zugführer zu sorgen, der dann 1953 auch in Maurermeister Gerhard Höffmann gefunden wird, der das Amt bis 1957 ausübt. Auf ihn folgen:
| 1957-1959 | Alwin Looschen |
| 1959-1963 | Schneidermeister Hermann Nordenbrock, gleichzeitig stellv. Kassierer der Gilde |
| 1963-1975 | Paul Holthaus, später Ehrenpräsident |
| 1975-1983 | Paul Voßmann |
| 1983-1987 | Karl-Heinz Bley |
| 1987-1995 | Herbert Holthaus (bis zur Wahl als Schriftführer der Gilde) |
| 1995-1999 | Werner „Schaffer“ Lanfermann |
| 1999-2015 | Wilfried Looschen |
| 2015-2019 | Manfred Diek |
| 2019- | Michael Böckmann |
Mit unter anderem Generalfeldmarschall Josef „Jöpi“ Otten, Ehrenpräsident Paul Holthaus und Ehrenvorstand Herbert Holthaus, Ehrenkassierer Egon Timmen, Kommandeur Karl Kemper, Präsident August Nordenbrock und dem heutigen stellv. Brudermeister Stefan Meyer stellt die Kompanie III seit je her viele Persönlichkeiten, die den Verein an wichtiger Stelle führen.
Die späten 1960er-Jahre sind insofern besonders für die Kompanie, da sie in diesen Jahren nach Hauptvorstand und Zugführern die ersten Jacken des Vereins erhält. Die Eichenblätter werden in dieser Zeit noch von Lieselotte Bünger angenäht. Die Rechnung hat sich bis heute erhalten und ist weiter vorne bereits abgedruckt. Aber auch bereits vor den Jacken hat die Kompanie III Schützen-Kragen, die auf eine Anzugjacke genäht werden. In den frühen Jahren lädt die Kompanie auch per Postkarte zur Kompanieversammlung ein:
[Foto 705: Einladung zur Kompanieversammlung der Kompanie III 1973 per Postkarte]
Vereinslokal
In den Anfangsjahren der Kompanie Ill werden die Kompanieversammlungen wechselweise in den Gaststätten Clemens Tapken und Heinrich Tapken abgehalten. Bis 2006 ist das Kompanielokal in der Gaststätte Werner Lanfermann beheimatet, ehemals Heinrich Tapken, seit 2007 wieder „Höker“ (Auehof). Im Kompanielokal veranstaltet die Kompanie große Preisschießen, deren erste Preise schon ein Pony und ein gebrauchter VW Käfer waren. Auch finden dort mehrfach spektakuläre Wetten statt, bei denen die Kompaniemitglieder an Seilen einen Trecker festhalten, einen riesigen Strohwagen ziehen müssen oder zu zweit Rundballen über kilometerlange Strecken zu rollen haben.
[Foto 704: Wetten, dass… bei der Kompanie III 1997]
Schießbetrieb
Die Übungsabende der Kompanie III finden zunächst um 1968 im Hühnerstall von Kurt Looschen statt, anschließend in der Werkstatt von Bernd Lampe und daraufhin dann im Schweinestall von Clemens „Höker“ Tapken – heutzutage die Kegelbahn des Auehofs. Auch danach bleibt man bei Josef Looschen 1972 dem Schweinestall treu, bis die Veranstaltung von 1973-1980 bei Werner „Schaffer“ Lanfermann stattfindet und anschließend nach dem Neubau in der Schießhalle.
Im Saal Niemann findet in frühen Jahren das jährliche Pokalschießen (gemeint ist der Wanderpokal des Hauptvereins) statt, wozu von den Kompanien je 11 Schützen genannt werden dürfen, von denen 10 in die Wertung genommen werden. Dabei konnte es durchaus vorkommen, dass jemand beim Pokalschießen nicht die Ergebnisse wie beim Übungsabend abliefert. In der Kompanie erzählt man sich bis heute, dass es dann schon einmal augenzwinkernde Kommentare von den Schützen gibt, die nicht teilnehmen dürfen: „Dat ha ick uck kunnt. Aober mi häv hei jao nich upstellt – dei Satan!“ Allerdings ist es zu dieser Zeit auch nur den Schützen, die beim Pokalschießen teilnehmen, gestattet, eine Schnur zu schießen.
Bis man sich eigene Gewehre anschaffen kann, geht einige Zeit ins Land. Das Geld dafür wird beim Preisschießen bei Werner Lanfermann verdient. Für einen elektronischen Anzeiger wird später beim Schützenfest gesammelt. Über viele Jahre findet ein jährliches Pokalschießen für die Schützenkönige/-innen, die Kinderkönige/-innen und die Kohlkönige/-innen der Kompanie statt, wie auch ein jährliches Firmenpokalschießen.
Jedes Jahr am letzten Schießabend findet die Weihnachtsfeier statt. Neben einer großen Preistafel – die von jedem Mitglied gestiftet wird – gibt es am Abend ein reichhaltiges Buffet. Zur normalen Schießübung erfolgt dann noch ein Glücksschießen, welches vom Schießmeisterteam veranstaltet wird. Die Auswertung selber wird erst am Abend festgelegt, um die Spannung bis zum Schluss aufrecht zu halten. Die Gewinner – jeder kann etwas gewinnen – dürfen sich dann im Anschluss einen Preis aussuchen.
Am Anfang des Jahres ist das erste Highlight der Kompanie III die Pokalverleihung. In einer Vielzahl an Disziplinen werden die Jahresbesten ausgezeichnet. Dazu werden jedes Jahr drei Präsentkörbe von einem Mitglied gestiftet und an die Teilnehmer der Pokalverleihung verlost. Highlight ist dann die Ernennung des Schützenkameraden oder der Schützenkameradin des Jahres: Eine Ehrung für den Einsatz rund um das Vereinswesen und den Schießsport.
Vergleichsschießen mit dem Zug Erlte
[Foto 772: 30-jähriges Jubiläum der Kp. III mit dem Zug Erlte 2017 mit Auftritt von Alfons Abeln]
Das Vergleichsschießen mit Erlte kann inzwischen auf eine lange Tradition von beinahe 40 Jahren blicken. Dazu treffen sich die Mitglieder der Kompanie III und der Zug Erlte zum Vergleichsschießen sowohl einmal in Garrel als auch in Erlte – wobei die Verpflegung auf beiden Seiten eines der Highlights darstellt. Diese beiden Schießen werden dann zusammengerechnet und der Sieger darf sich mit einem Pokal schmücken. Darüber hinaus findet alle fünf Jahre ein Jubiläum im Wechsel statt. Zuletzt fand das Ganze 2022 bei den Freunden in Erlte statt, erst zum Vergleichsschießen, im Anschluss mit guter Verköstigung und geselligem Zusammensein. Mittlerweile erfreuen sich diese Jubiläen einer Beteiligung von bis zu 100 Teilnehmern auf beiden Seiten.
Kohlessen
Das seit 1972 stattfindende Kohlessen der Kompanie III im Vereinslokal Niemann, auf dem jährlich ein Kohlkönigspaar gekrönt wird, erfreut sich nach wie vor sehr großer Beliebtheit und ist eines der Highlights des Jahres. Der erste Kohlkönig ist seinerzeit Josef Looschen. In frühen Jahren kommt es auch vor, dass nach dem Essen die Zunge vorgezeigt werden muss: Wer die „grünste“ hat, wird Kohlkönig. Bei den ersten zwei Kohlkönigen finden keine weiteren Veranstaltungen statt, ab dem dritten wird dann die Kette geputzt. Daneben gibt es in einigen Jahren sogar einen Frühschoppen des Kohlessens und eine Kohlkönigszeitung.
Heutzutage versammelt sich im Vorfeld der Vorstand und teilt sich in Einladungstrupps auf. Hier wird jedes Schützenmitglied, sofern natürlich ortsansässig und auch zugegen, persönlich mit Flyer und Schützenkalender eingeladen. Vor dem Kohlessen trifft sich dann der Vorstand (die Einladungstrupps) zur Geldabgabe. Dort wird dann erst festgestellt, wie viele Gäste kommen und wie groß die Tombola wird.
[Foto 774: Wolfgang Mildenberger, Kohlkönig der Kp. III im Saal Fleming Nikolausdorf]
Nach Corona erst schleppend angelaufen, ist die Veranstaltung wieder bei rund 150-160 Personen. Nach einem kleinen Empfang – wenn alle sitzen – folgt der Eintritt des Kohlkönigspaares mit Kohlstrunk und einem kleinen Präsentiermarsch. Danach begrüßt der Kompanieführer alle Gäste und es geht zum Essen. Im Anschluss zieht die amtierende Kohlkönigin den oder die neue Kohlkönig/in und Kohlkette sowie Krone werden an das neue Paar übergeben. Das alte Kohlkönigspaar bekommt dann noch den Kohlkönigsorden. Nun folgt der Ehrentanz mit neuem und altem Paar. Im Anschluss erfolgt die Verlosung der großen Tombola mit inzwischen weit über 100 Preisen und einem großen Hauptpreis. Schließlich wird gebührend bis in die Morgenstunden mit DJ Heiner Berkemeyer (früher Bruno Berger) gefeiert.
[Foto 771: Kohlessen der Kp. III 2026]
Von links nach rechts: Christoph Determann, Christina Ruppersberg, Kompanieführer Michael Böckmann, das neue Kohlkönigspaar Katrin und Nico Looschen, das alte Kohlkönigspaar Silvia und Heinz Buschenlange und stellv. Kompanieführer Daniel Looschen.
Fahrradtour
Jedes Jahr im Juni findet die Fahrradtour der Kompanie statt. Hierzu trifft sich regelmäßig eine kleine Abordnung von Mitgliedern der Kompanie III und legt eine entsprechende Tour fest. Während der Tour werden einige Stopps angepeilt, wo dann Snacks gereicht werden und auch Spiele gemacht werden, auch solche zur „Gesellschaftsförderung“. Ob Geschicklichkeitsspiele oder Quizfragen, die man selbst nicht googlen kann – für jeden ist etwas dabei. Treffpunkt ist hier die Schießhalle, wo auch nach der Tour der Abschluss stattfindet. Nach einem herzhaften Essen erfolgt dann meist noch die Bekanntgabe der Gewinner der einzelnen Spiele – mit einem entsprechenden Preis.
Vorstandsgang
Der Vorstand der Kompanie III macht jedes Jahr einen Vorstandsgang. Auch hier steckt eine kleine Abordnung die Köpfe zusammen: Ob Planwagentour, Bosseln oder gar mit dem Bus – es geht dann zu verschiedenen Orten und Plätzen, teils zur Besichtigung oder zu Besuch einiger Mitglieder aus der Kompanie III. Auch hier werden Spiele gemacht und Fragen gestellt. Abschluss ist dann immer an einem anderen Ort, den nur das Orgateam zuvor kennt.
[Foto 775: Der Vorstand der Kp. III 2026]
Von links nach rechts, obere Reihe: Stellv. Schießmeister Christoph Determann, André Kuhlmann, Marcel Schmedes und Hendrik Schmedes, stellv. Schriftführerin Angelika Schnieders, stellv. Jugendschießmeisterin Nicole Pleiter, stellv. Schießmeister Christian Voßmann und Ralf Beier, Schießmeister Kai Beckmann, Jugendschießmeister Stephan Pleiter.
Untere Reihe: Ehrenkompanieführer Wilfried Looschen, Schriftführerin Mechthild Bünger, stellv. Kompanieführer Daniel Looschen, Kompanieführer Michael Böckmann, Kassiererin Christina Ruppersberg, Ehrenkassierer Reinhold Looschen.
Vorbereitung auf das Schützenfest: Probemarsch
Wenn ein Mitglied der Kompanie III sich als Königsanwärter meldet, erfolgt im Vorfeld und auch während und auch nach dem Schützenfest ein kleiner Spendenaufruf. Sofern der König aus der Kompanie III kommt, wird das Geld im Nachgang eingesammelt. Dies erhält der König oder die Königin dann beim „Probemarsch“ – nach rund einem Dreivierteljahr, damit man wieder die Abläufe kennt. Dazu sammeln sich die Mitglieder der Kompanie III an einem Treffpunkt und marschieren mit einer kleinen Abordnung an Musikern Richtung König/-in. Nach einem kleinen Zwischenstopp wird dann die Front zusammen mit dem König abgeschritten. Danach verweilt man noch ein paar schöne Stunden bei Getränken und Speisen.
Wie jedes Jahr wird ein Mottowagen für die Kinder hergerichtet. Hierzu ist jeder eingeladen, an den Abenden vor dem Schützenfest mitzuwirken und natürlich gibt es neben gutem Essen auch kühle Getränke. Die Motive des Wagens für das Kinderschützenfest zeigen dabei auch natürlich immer wieder den aktuellen Zeitgeist oder aktuelle Themen. So auch 1985 (Boris Becker), 1990 (Trabi, Mauerdurchbruch), 1991 (Straßenausbau Hinterm Forde), 2000 (Anton aus Tirol) und beispielsweise 2010 (Adlerschießen).
Highlight ist dann der Donnerstag mit dem Kompanie-Adlerschießen, bei dem schon einmal weit über 100 Personen teilnehmen, die dann wie beim Schützenfest auf einen Holzadler schießen. Alle Treffsicheren, die eine Insignie erringen konnten, kommen ins Stechen, bis der letzte den Königsschuss abgibt. Dieser erhält dann ein Jahr lang den Titel des Kompanie-Adlermeisters inkl. Trophäe.
[Foto 773: Kompanie-Adlerschießen der Kp. III 2025]
Von links nach rechts: Stefan Kuhlmann, Michael Böckmann, Kompanie-Adlerkönigin Angelika Schnieders und Kai Beckmann
