Bis ins neue Jahrtausend (1976-2001)
Späte 1970er
1977, nach dem Jubiläumsjahr, beträgt der Kassenstand solide 36.647,09 DM, was allerdings nicht dazu führt, dass viele Anschaffungen getätigt werden. Da die Frage nach einem Festplatz mit Schießhalle noch offen ist, beschließt der Verein, weiter kostensparend zu arbeiten, um einen Bau überhaupt erst zu ermöglichen. Der Vorsitzende Willi Bremer wird 1977 zum Präsidenten gewählt und hat beide Ämter für zwei Jahre parallel inne. Dieses Jahr kann man auch als das Jahr der Familie Kemper bezeichnen, auch wenn das Haus des Königs Georg Kemper inklusive Königskette abbrennt: Sein Bruder Josef wird der Jubelkaiser, Neffe Hubert Kinderkönig. Mit der verbrannten Kette und den vorherigen sowie späteren befasst sich ein späteres Kapitel näher.
Schon ein Jahr später beschließt die Generalversammlung eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrags auf 20,- DM, wovon 10,- DM auf ein Sonderkonto gehen sollen, um damit die Schießhalle zu finanzieren. Ab 1978 wird dann auch die Vereinsfahne bei Hochzeiten von Vereinsmitgliedern mit in die Kirche getragen.
Bis 1979/1980 endlich die Schießhalle eröffnet wird, bestehen die Schießveranstaltungen aus vielen Provisorien. So muss der Luftgewehrschießstand viele Jahrzehnte lang stets auf- und wieder abgebaut werden. Für Schießabende mietet man sich beispielsweise auf dem Schießstand in Beverbruch ein. Auch hiermit befasst sich ein späteres Kapitel eingehender.
Während die Generalversammlungen im Januar und April 1979 sich wesentlich mit dem Bau der Schießhalle befassen, stehen auch wichtige Neuwahlen des Vorstands an. Willi Bremer gibt den Vorsitz ab und wird für seine Verdienste zum Präsidenten ernannt, ihm folgt nach geheimer Wahl Paul Holthaus. Sein Stellvertreter wird Heinrich Nienaber. Kommandeur Willi Klümann und Adjutant Josef Otten werden von der Versammlung im Amt bestätigt.
1979 ist sowohl das Jahr des ersten Schützenfests auf dem Platz neben der in Bau befindlichen Schießhalle, auf dem auch heute noch gefeiert wird, als auch das Jahr des ersten Schützenballs im Saal Niemann im September, wie wir ihn heute kennen. Damals führt Bernd Wübben als Conferencier durch den Abend.
1980er
Beim Bericht zur Generalversammlung 1980 wird klar, dass die Gilde seit je her ein intensives Veranstaltungsangebot zu verzeichnen hatte: Damals dankt der Vorsitzende Paul Holthaus den Schützen für die gute Beteiligung beim Pfarrfamilienfest, bei der Ferienpassaktion, beim Fußballpokalturnier der Schützen, beim neuen Schützenball und bei den Pokalschießen. Für die Restfinanzierung des Schießhallenbaus genehmigt die Versammlung eine Kreditaufnahme in Höhe von 75.000,- DM. Im August 1980 wird die Halle schließlich feierlich eingeweiht, kurz darauf der Öffentlichkeit mit einem Tag der offenen Tür präsentiert und im November können die Schützen die Anstecknadel „Eröffnungsschießen 1980“ erringen, eine seltene Auszeichnung.
[Foto 156: Anstecker zur Eröffnung der neuen Schießhalle 1980]
1981 findet schließlich erstmals das Festwirt-Kemper-Pokalschießen mit dem KK statt. Auch das Bley-Gedächtnis-Pokalschießen siedelt sich nun in der neuen Halle an. Zuvor war der Wettbewerb mit dem Luftgewehr im Vereinslokal Niemann ausgetragen worden. Aus diesem Jahr stammt auch das große, aus 20.000 abgebrannten Streichhölzern gefertigte Schafkoben-Wandbild, das noch heute in der Versammlungshalle hängt. Die neuen räumlichen Gegebenheiten zwingen die Gilde jedoch auch, auf die Finanzlage zu achten. So wird bei vier Nein-Stimmen und drei Enthaltungen beschlossen, nunmehr 30,- DM als Jahresbeitrag zu erheben. 1981 ist dabei auch das Jahr des ersten Schnur- und Ordenschießens.
Die alte Fahne, die ihren Dienst seit 1952 versah, erhält 1982 einen Nachfolger, der im April von Präses Pfarrer Diekmann eingeweiht wird. Die alte Fahne hängt seither im Treppenhaus der Schießhalle. Mit der Vereinsfahne befasst sich Kapitel 4.2 näher. 1982 tauchen auch Diskussionen um eine Aufnahme von Frauen erstmals auf, ein Jahr später wird Josef Tebben neuer stellvertretender Vorsitzender.
Schon 1983 erhielt die Garreler Schützengilde bei ihrer Generalversammlung Besuch vom Bundesgeschäftsführer des BHDS, Wolfgang Lewecke, und vom Landesbezirksvorsitzenden Ewald Hüsing aus Emstek. Beide stellen die Organisation vor, beantworten Fragen und die Versammlung beschließt anschließend bei keiner Gegenstimme und drei Enthaltungen, dem BHDS beizutreten. Vollzogen wird dieser Schritt dann offiziell 1985. Dafür ist im Folgenden dann auch eine umfangreiche Änderung der Satzung notwendig, die nun unter dem Leitsatz des BHDS, „Glaube, Sitte, Heimat“ steht. Das Jahr 1985 markiert auch noch in anderer Hinsicht einen Wandel: Kommandeur Willi Klümann gibt sein Amt nach 35 Jahren an Josef Otten ab, der zuvor schon seit 1950, ebenfalls seit 35 Jahren, Adjutant war. Ihn wiederum beerbt Karl-Heinz Kemper.
Die Protokolle der 1980er-Jahre zeigen noch in weiteren Aspekten eine Zeit des Wandels, nicht nur personell und institutionell: Die Züge werden in Kompanien umbenannt. Und 1986 – in diesem Jahr findet auch das Landesbezirksprinzenschießen in Garrel statt – bringt die Kompanie IV Tweel/Tannenkamp einen Antrag ein, Frauen in den Verein aufzunehmen. Die geheime Abstimmung ergibt 19 Ja-, 61 Neinstimmen und eine Enthaltung. Ein klares Votum, das wenig später schon anders ausfallen wird. 1987 wird August Nienaber Bezirkskönig und die Gilde begleitet ihn zum Bundeskönigsfest nach Kleve – inklusive Übernachtung im Bus, die allen Beteiligten unvergesslich geblieben sein soll. Ab 1988 erhalten die Kompanien vom Mitgliedsbeitrag, der weiter 30,- DM beträgt, 15,- DM.
[Foto 135: Gratulieren auf dem Thron 1987]
Zu sehen mit Handschlag Herbert Holthaus, dahinter Kommandeur Josef Otten, neben ihm mit Bart Werner ‚Schaffer‘ Lanfermann.
In den späten 1980er-Jahren keimt auch bereits der Wunsch, sich für die Ausrichtung eines größeren Fests in Garrel zu bewerben. Paul Holthaus bringt dieses Anliegen 1988 auch bei der Landesdelegiertenversammlung des BHDS in Petersdorf ein. Man sei ab 1992 bereit. Der Verein zählt nun bereits 817 Schützen und im Keller wird der noch heute genutzte Kühlraum erstellt. Bereits 1989, 21 Jahre vor der tatsächlichen Einführung, diskutiert man bereits die Einführung eines Adlerschießens. Und seit diesem Jahr erhalten ehemalige Amtsträger auch die bis heute genutzten durchflochtenen Schulterklappen. 1989 liegt schließlich bereits eine Zusage für das Bundesfest 1993 vor.
1990er
Vorher aber präsentiert sich Garrel mit dem Bundesjungschützentag 1990 erstmals als Ausrichter einer Großveranstaltung. Unter dem Motto „Immer geradeaus“ treffen sich im Ort 3.000 Teilnehmer1, begleitet vom Schirmherrn, dem Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Kanzleramts Rudolf Seiters. Am Festsonntag folgt nach einem Jugendgottesdienst ein Festzug sowie ein breites Rahmenprogramm mit Torwandschießen, Dosenwerfen, Kistenstapeln und einer Disco in der alten Turnhalle. Die Generalprobe glückt: Von allen Seiten wird Garrel als gelungener Austragungsort gelobt – gute Vorzeichen für das bereits in Planung befindliche Bundesfest 1993.
[Foto 157: Festorden zum Bundesjungschützentag 1990]
1991 hat sich das Abstimmungsverhältnis von 1986 zur Aufnahme von Frauen nun umgekehrt: In geheimer Wahl stimmen 75 Teilnehmer dafür, 28 sind dagegen, 6 enthalten sich. Mit allen Rechten und Pflichten inklusive der Königswürde können Frauen seitdem Mitglied der Gilde werden und machen davon schon bald regen Gebrauch. Schon bei der Generalversammlung 1992 können 92 Neueintritte verzeichnet werden, darunter 61 Frauen. Erstmals findet in diesem Jahr das Königspokalschießen statt. Seit 1993 wird eine Königsscheibe am Haus des amtierenden Königs, hier Wilfried Looschen, angebracht.
Bundesfest 1993
Vom 18. bis 19. September 1993 findet dann das lange vorbereitete Bundesfest mit Bundeskönigs-, Bundesprinzen- und Bundesschülerprinzenschießen sowie Festumzug bei bestem Wetter und Galaabend im Festzelt in Garrel statt.
[Foto 152: Festorden zum Bundesfest 1993]
Erstmals sei das Fest seinerzeit in eine so ländliche Region vergeben worden. Gilde, Rat und Verwaltung, Kirchengemeinde und verschiedene andere Vereine hatten eng zusammengearbeitet, um die Organisation des Fests stemmen zu können. Die Gemeindechronik von 1997 wusste zu berichten, dass das Fest ein „überwältigender Erfolg“ mit einem Festumzug mit 10.000 Teilnehmern gewesen sei. In andere Quellen ist sogar von 20.000 Menschen die Rede, die von 70 Musikkapellen begleitet werden. Auch eine Abordnung aus Chicago ist vor Ort. Anlässlich einer Wette übergibt Kommandeur Josef Otten einen großen Schinken an den Bundesgeschäftsführer Wolfgang Leweke und im Gegenzug wird ihm ein schmucker Marschallstab überreicht. Beim Galaabend präsentieren sich unter der Regie und Moderation von Bernd Wübben ausschließlich Künstler, Interpreten und Darstellergruppen aus Garrel und der hiesigen Region. Musikalisch umrahmen die Big Band Garrel und das Orchester Bösel den Abend, der mit weit über 1.200 Gästen spät sein Ende findet.
[Foto 040: Eintrittskarte zum Festabend des Bundesfests 1993 in Garrel]
Die späten 1990er
Im Jahr nach dem Bundesfest, 1994, überspringt die Mitgliederzahl mit 1.036 erstmals die 1.000. Nun treten die Garreler Schützenschwestern und Schützenbrüder auch in Petersdorf an und sind gleich beim ersten Besuch mit 130 Vereinsmitglieder vor Ort.
Das Jahr 1995 ist von einem großen Stühlerücken im Vorstand geprägt. August Nordenbrock wird zum Brudermeister gewählt, zum Stellvertreter Gerd Göken jun. Vorgänger Paul Holthaus wählt die Generalversammlung nach 32-jähriger Vorstandstätigkeit zum Präsidenten. Erstmals erhalten nun die Vorstandsmitglieder doppelte Fangschnüre, die Stellvertreter einfache. Der Schützenfestplatz wird nun teilweise gepflastert, was mit rund 95.000,- DM zu Buche schlägt, wovon der Schützenverein 20.000,- DM aufbringt. Georg Timmermann wird im gleichen Jahr Bezirkskönig.
[Foto 039: Die Kompanieführer 1996]
Von links nach rechts: Helmut Rolfes (Kp. I), Johannes Torbecke (Kp. II), Werner Lanfermann (Kp. III), Karl-Heinz Quatmann (Kp. IV) und Helmut Böhmann (Kp. V).
Erst seit 1996 gilt die geteilte Wahl des Vorstands, sodass nicht gleichzeitig alle Positionen neu gewählt werden. Das dient bis heute dem sinnvollen Wissenstransfer zwischen neuen und erfahrenen Vorstandskollegen, auch in den Kompanien. Die Erhöhung des Mitgliedsbeitrags auf 40,- DM trägt die Versammlung mit großer Mehrheit und die Schießhalle bekommt eine Alarmanlage.
Das Jahr 1997, als Gerd Göken erstmals zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wird, steht im Zeichen einer Erneuerung der Schießanlagen, jedoch weniger aus eigenem Antrieb, vielmehr als Folge einer Kontrolle des Landkreises Cloppenburg bei allen Schießanlagenbetreibern. Neue Vorgaben zwingen auch die Schützengilde Garrel zu umfangreichen Umbauten, die aber durch viele ehrenamtliche Helfer nur 29.000,- DM verschlingen. 1998 zählt die Gilde nun 1177 Mitglieder, davon 190 Schützenschwestern und der Vorsitzende heißt künftig Brudermeister – ein Zugeständnis auch an den BHDS: Der Verein durfte trotz des Beitritts „Gilde“ bleiben und wurde nicht in „Bruderschaft“ umbenannt. Am 27. Juni 1998 wird die neue Vereinsfahne durch Präses Pfarrer Alfons Diekmann in einem Festgottesdienst kirchlich eingesegnet. Kapitel 4.2 zeichnet die Geschichte unserer Vereinsfahnen genauer nach.
Europafest, 24.-27. August 2000
Bereits 1997/1998 nehmen die Planungen für ein Europaschützenfest in Garrel langsam Fahrt auf. Beim Bundesfest 1993 hatte sich Garrel hervorragend präsentiert und war daher beim BHDS in aller Munde. Schließlich wird in einer Sitzung des Europäischen Schützenverbands bekannt, dass die Stadt Salzburg als Ausrichterin des Europafests 2000 kurzfristig abgesagt hatte und der weitere Bewerber Mönchengladbach keine Berücksichtigung findet. Angesichts der guten Erfahrungen in Garrel schlägt daraufhin der damalige Europakönig Wilfried Stammermann aus Markhausen – der uns noch viele Jahre freundschaftlich verbunden blieb – in der Sitzung vor, ob man nicht in Garrel fragen wolle. Eine offizielle Bewerbung liegt der EGS nicht vor. Durch die Gremien herunter wird nun Landesbezirksbundesmeister Heinz Wilken beauftragt, in Garrel anzufragen.
Der Vorstand der Gilde ist sich jedoch von vornherein klar, dass solch ein Fest nicht ohne breite Rückendeckung in der Gemeinde zu machen ist. August Nordenbrock und Gerd Göken treffen sich also kurzfristig mit dem damaligen Garreler Bürgermeister Rudi Bley und dem Gemeindedirektor Ludger Mayhaus, die ihre Unterstützung signalisieren. Kurz darauf wird bereits der Europa-Schützenfest-Verein, der das Fest vorbereiten und organisieren soll, gegründet. Ihm gehören Heinz Wilken, August Nordenbrock, Georg Drees, Herbert Holthaus, Ludger Mayhaus, Egon Timmen, Rudi Bley, Wilfried Stammermann, Karl-Heinz Focken und Gerd Göken jun. an.
Am 17. und 18. April 1998 findet schließlich auf Einladung des Bundesorganisationsleiters Peter Backes und der Stadt Vallendar am Rhein die Plenarversammlung der Europäischen Gemeinschaft Historiker Schützen (EGS) auf einem Schiff statt. Dort wird dann offiziell unter Anwesenheit einiger Garreler die Vergabe des Europaschützenfestes 2000 nach Garrel bekanntgegeben. Wenig später tagt der EGS auch schon zu einer großen Vorbesprechung im Hotel Dittrich an der Talsperre.
Von dort aus bleiben also nur noch knapp zwei Jahre, um die Mammutaufgabe der Organisation eines Europafests zu stemmen. Ein wesentlicher Faktor ist für alle Beteiligten von vornherein die Werbung. Und da bietet das nahende Europaschützenfest im polnischen Krakau im August 1998 beste Bedingungen. Eine Garreler Delegation mit 71 Schützen unter Führung unseres Kommandeurs Generalfeldmarschall Josef Otten macht sich daher für zwei Tage auf den Weg nach Krakau, nimmt dort mit einem Werbebanner am Festumzug teil und betreibt einen Werbestand. ‚Jöpi‘ Otten wurde sogar die Ehre zuteil, den großen Festumzug anzuführen.
[Foto 118: Die Garreler Delegation macht auf dem Europafest 1998 in Krakau Werbung für das Europafest in Garrel 2000]
Die Chronik der Gilde von 2001 weiß mit einem Augenzwinkern von besonderen Maßnahmen in der Vorbereitung des Fests zu berichten: Am 7. Juli 2000 werden die sechs Adler für das Europa-Königsschießen beim Adlerbauer Josef Riesenbeck in Cloppenburg besichtigt und unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen nach Garrel eingeführt. Die Überführungsmannschaft mit Vertretern der EGS, der Historischen Deutschen Bruderschaften, den Mitgliedern des Europa-Schützenfest-Vereins Garrel und dem erweiterten Vorstand der Schützengilde Garrel werden an der Gemeindegrenze unvermittelt einer peinlichst genauen „Zoll- und Veterinärkontrolle“ unterzogen. Erst nach langwierigen Verhandlungen und dem Entrichten eines hohen Straf- und Einfuhrzolls in flüssiger Form können die Adler über die Gemeindegrenze eingeführt und sicher nach Garrel gebracht werden. Auch trotz eines Großereignisses und vieler anstrengender Planungen ging der Spaß nicht verloren.
Als das Fest schließlich in Garrel stattfindet und den Ort für eine Woche völlig in Beschlag nimmt, ist die kleine Gemeinde der einzige Ort, an dem sowohl der Bundesjungschützentag, das Bundesfest und das Europafest stattgefunden haben. Ein tausendfach verteilter Flyer informiert Gäste und Einheimische über das Programm, die Routen des Festumzugs und die Parkmöglichkeiten.
[Foto 119: Flyer mit allen wichtigen Informationen zum Europafest]
[Foto 117: Festprogramm und Festumzug zum Europafest 2000]
Die Mitglieder des Organisationsvereins nehmen insgesamt an mehr als 120 Sitzungen, Tagungen, Besprechungen und offiziellen Terminen teil. Daneben ist dieses Fest ohne großzügige Sponsoren nicht stemmbar, darunter vor allem die Raiffeisenbank Garrel, Wendeln-Brot Garrel, Landessparkasse zu Oldenburg Garrel, Heidemark Truthahnspezialitäten Garrel, Mercedes Benz Rosier Oldenburg, Kemper Zeltbetrieb Garrel, MKG Garrel, Eichkamp-Spezialitäten Garrel und die Oldenburgische Landesbank Garrel. Die große Ehrentribüne mit über 200 Sitzplätzen wird kostenfrei durch die drei Zimmereibetriebe Aumann/Kurmann, Lübben und R. Thedieck errichtet.
Die Chronik von 2001, als die Erinnerung noch frisch war, weiß weiter zu berichten: Nach einer traditionellen Schützenwallfahrt nach Bethen mit Weihbischof Dr. Max Georg Freiherr von Twickel, Bischof Marcjan Trofimiak aus Luzk und vielen weiteren findet an der Marien-Wallfahrtskirche in Bethen eine Messe unter freiem Himmel statt. Es folgen am Freitag der große Empfang der Gemeinde Garrel im Forum des Schulzentrums, an dem mehr als 200 Ehrengäste aus sechs Nationen, aus Politik, Kirche und Schützenverbänden teilnehmen. Der Präsident der EGS, Graf t‘Kint de Roodenbeke aus Belgien, verleiht der Gemeinde Garrel in seiner Ansprache symbolisch den Titel einer „Europäischen Schützengemeinde“. Stellvertretend für die Garreler Schützengilde erhält Brudermeister August Nordenbrock zur Erinnerung ein Wandbild überreicht, auf dem der Europa-Königsadler und traditionelle Symbole aus Garrel dargestellt sind.
[Foto 144: Zur Erinnerung an das 13. Europäische Schützenfest Garrel]
Anschließend findet die offizielle Eröffnung des 13. Europäischen Schützenfestes 2000 unter dem feierlichen Spielen der Nationalhymnen durch den Musikverein Garrel statt. Die Flaggen der Teilnehmerländer Polen, der Stadt Krakau (Europaschützenfest 1998), Belgien, Niederlande, Frankreich, Osterreich, Deutschland, Niedersachsen, Oldenburg, Garrel und Europa werden gehisst.
[Foto 121: Zum Europafest 2000 erstellter Anstecker als besondere Zugangsberechtigung für Honoratioren und wichtige Organisatoren]
Am Abend erreicht die Stimmung auf dem großen Euro-Gala-Abend im Festzelt ihren Höhepunkt. Nach dem feierlichen Einzug der Standarten erleben mehr als 2400 Gäste ein vierstündiges Showprogramm, an dessen Ende sich die Teilnehmer unterschiedlicher Nationen singend und tanzend auf der Showbühne vereinen. Die Organisatoren um Bernd Wübben (auch Conferencier) und Clemens Nording haben ein abwechslungsreiches und stimmungsvolles Programm aus Show, Gesang, Tanz und Musik zusammengestellt.
Das eigentliche Europa-Königsschießen beginnt am Samstag. Rund 250 Wettbewerber schießen in der Vorrunde auf fünf Adler, die auf dem Sportplatz neben der Schießsportanlage in 10 Metern Höhe in Kästen hängen. Die Finalrunde mit 25 Teilnehmern bringt einen Sieger hervor, den neuen Europakönig Harry Ketels aus dem holländischen Didam. Eine Krönungsmesse, ein Großer Zapfenstreich, der Königsball und ein Feuerwerk besiegeln den Samstag.
Nach dem Hochamt am Sonntagmorgen, zelebriert durch drei Bischöfe, darunter der päpstliche Abgesandte in Deutschland, Nuntius Erzbischof Dr. Giovanni Lajolo, wälzt sich der Festumzug bei bestem Wetter fast fünf Stunden durch die Straßen Garrels. Es kommt auch vor, dass viele Vereine und Gruppierungen ohne Anmeldung erscheinen und noch vor Ort in die Formationen eingereiht werden. Nach Schätzungen des EGS-Generalsekretärs Lothar Heupts marschieren rund 35.000 Menschen im Umzug und die Straßen werden von zusätzlichen 20.000 Menschen gesäumt.
[Foto 045: Fahnenschwenker im Umzug des Europafests 2000]
[Foto 046: Im Umzug 2000 waren prächtige Uniformen zu bestaunen]
[Foto 047: Die Haake-Beck-Kutsche mit ihren unzähligen Bierfässern erregte Aufsehen und erhöhte den Durst]
[Foto 048: Viele Königinnen präsentierten ihre schönsten Kleider]
[Foto 049: Zum Europafest kamen Gäste aus aller Welt]
[Foto 052: Die Ehrentribüne beim Europafest 2000]
[Foto 041: Bericht zum Europaschützenfest in der Münsterländischen Tageszeitung – OM Medien]
Insgesamt beteiligten sich 114 Musikkapellen und 350 Schützenvereinigungen, mehr als zehntausend Orden finden neue Besitzer. Eine silberne Variante in kleiner Auflage wird an Organisatoren und Führungspersonal verteilt. Der kaufbare Orden zeigt sich in Bronze.
[Foto 153: Festorden zum Europafest 2000]
[Foto 154: Festorden zum Europafest 2000 in Sonderform ‚Teilnehmer‘]
Auch heute erinnern noch viele Details in der Schießhalle an das gelungene Fest, so wie diese Ehrenurkunde:
[Foto 143 Ehrenurkunde der Gemeinde Garrel zur Erinnerung]
1 NWZ v. 27.12.1999.
